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Female Athlete Triad

Frau in Sportkleidung macht Liegestütze im Fitnessstudio.

Stressfrakturen zählen zu den häufigsten Sportverletzungen. Besonders Frauen erleiden oft einen Ermüdungsbruch, der zu einem mehrwöchigen Trainingsausfall führt. Die „Female Athlete Triad“ begünstigt die Entstehung von Stressfrakturen. Was genau dahintersteckt und warum man die Triade unbedingt im Hinterkopf haben sollte, erklärt dieser Beitrag.

Wussten Sie schon, dass Frauen beim Training spezifischen Risiken ausgesetzt sind? Ein Syndrom, das sportlich aktiven Frauen und Mädchen zu schaffen macht, ist die sogenannte Female Athlete Triad – das Zusammentreffen dreier negativer Faktoren bei Sportlerinnen. Die Komponenten der Trias sind eine unregelmäßige oder völlig ausbleibende Menstruation, Essstörungen und Osteoporose (Knochenschwund). Im Zusammenspiel erhöhen sie die Anfälligkeit für Überlastungsreaktionen und Stressfrakturen deutlich. Diese sogenannten Ermüdungsbrüche treten hauptsächlich im Mittelfußknöchelchen, im Schienbein und vereinzelt auch im Oberschenkelknochen auf.

Ein Teufelskreis

Jeder einzelne der drei genannten Risikofaktoren birgt bereits erhebliche gesundheitliche Risiken und eine erhöhte Verletzungsgefahr. Treffen sie zusammen, ergibt sich ein regelrechter Teufelskreis. Basierend auf einer zu geringen Kalorienzufuhr entsteht im weiblichen Körper ein Energiedefizit, das eine Abnahme des Hormons Östrogen zur Folge haben kann. Ein Östrogenmangel kann dann zum unregelmäßigen Auftreten beziehungsweise Ausbleiben der Menstruation führen.

Diese Zyklusstörungen wiederum können die Knochendichte negativ beeinflussen, was schließlich oftmals in einer Überlastungsreaktion oder einem Ermüdungsbruch endet. Neben diesen Symptomen kann die Female Athlete Triad auch mit brüchigen Fingernägeln, matten Haaren, chronischer Müdigkeit und einem permanenten Kältegefühl einhergehen.

Die Fakten

Eine amerikanische Studie, die 2014 im American Journal of Sports Medicine veröffentlicht wurde, untersuchte bei körperlich aktiven Mädchen und Frauen den Zusammenhang zwischen einem oder mehreren auftretenden Risikofaktoren der Female Athlete Triad und Überlastungsreaktionen als deren Vorstufe. Die über 250 Teilnehmerinnen waren in verschiedenen Sportarten aktiv und betrieben Sport auf unterschiedlichen Leistungsleveln, vom Freizeit- bis zum Leistungssport. Während des mehrwöchigen Untersuchungszeitraums erlitten 28 Athletinnen (etwa 11 Prozent) eine Verletzung. Die Wahrscheinlichkeit für einen Ermüdungsbruch war deutlich erhöht, wenn mehrere Risikofaktoren der Female Athlete Triad bei einer Sportlerin vorlagen. Das Risiko, eine Stressfraktur zu erleiden, erhöhte sich um 15 Prozent bei einem zutreffenden Faktor und stieg auf bis zu 50 Prozent beim Zusammentreffen aller drei Faktoren.

Prävention statt Therapie

Bei jedem Sportler muss die Gesundheit absolute Priorität haben. Daher sollte sich jeder mit eventuell vorhandenen Symptomen auseinandersetzen und diese interpretieren. Gängigen Stereotypen wie „je dünner, desto erfolgreicher“ muss der Kampf angesagt und stattdessen auf Prävention gesetzt werden. Dazu zählen etwa eine Messung der Knochendichte, eine Ernährungsberatung oder auch eine gynäkologische Untersuchung. Im zweiten Schritt sollten die gewonnenen Erkenntnisse in die Trainingsplanung integriert werden.

Auch der Verzicht auf bestimmte Untersuchungen kann sinnvoll sein. Eine Messung des Körperfettanteils beispielsweise wird erst ab dem 20. Lebensjahr empfohlen. So soll verhindert werden, dass sich schon Jugendliche unnötig auf ihr Gewicht oder ihren Körperfettanteil fixieren, was die Gefahr für eine Essstörung erhöhen würde. Um der Female Athlete Triad präventiv entgegenzuwirken, haben Spezialisten der Loyola Universität in den USA folgende Faustregeln zur Nährstoffversorgung zusammengestellt:

Kohlenhydrate: Zwei Stunden vor und direkt nach dem Training genügend Kohlenhydrate zu sich nehmen. Optimal sind 0,3 bis 0,8 Gramm Kohlenhydrate pro Kilo Körpergewicht vor dem Training und 1 bis 1,5 Gramm Kohlenhydrate pro Kilo Körpergewicht in den ersten zwei Stunden nach dem Sport.

Calcium: Frauen vor der Menopause sollten 1.000 bis 1.200 Milligramm Calcium in 500-Milligramm-Portionen einnehmen. Frauen nach der Menopause sollten bis zu 1.500 Milligramm konsumieren. Dabei sollten auch Magnesium und Vitamin D enthalten sein, damit der Körper das Calcium optimal aufnimmt.

Essgewohnheiten: kleine, ausgewogene Mahlzeiten über den Tag verteilt in Abständen von drei bis vier Stunden

Kalorienaufnahme: Pro Kilogramm Körpergewicht mindestens 30 Kilokalorien täglich zu sich nehmen. Dieser Wert erhöht sich bei intensiver sportlicher Belastung.

Ausblick

Ein Ermüdungsbruch oder eine Überlastungserscheinung verheilen häufig, ohne dass der Ursache dieser Verletzung auf den Grund gegangen wird – das ist aber nötig, um zukünftigen Verletzungen vorbeugen zu können. Bei einer Überlastungsreaktion oder einem Ermüdungsbruch sollte immer die Female Athlete Triad als mögliche Ursache in Erwägung gezogen werden.

Um langfristig zu gewährleisten, dass Gesundheit und Sport in Einklang stehen, müssen wir uns der drei Risikofaktoren – unregelmäßige oder ausbleibende Menstruation, Essstörungen und Osteoporose – bewusst sein und sie in der Trainingssteuerung beachten.

Quelle: shape UP
Abbildung: antoniodiaz / shutterstock.com

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