
Wer im entscheidenden Moment mental stark ist, kann die bestmögliche Leistung aus sich herausholen und dabei das Ziel immer im Fokus behalten. Doch der Weg dahin kann mitunter ganz schön kniffelig sein. Wie „programmiert“ man also das Unterbewusstsein auf diese Ziele?
Den Geist kontrollieren
Neben der physischen Leistung wie Kraft oder Ausdauer spielt im Sport vor allem die psychische Komponente eine entscheidende Rolle. Nur mental starke Sportler, die ihre Leistung gezielt abrufen können, verfügen über optimale Voraussetzungen, um Athleten zu werden.
Wenn es sozusagen um die Wurst geht, ist man in der Regel alles andere als entspannt. Daher sollte man lernen, auch im Eifer des Gefechts kontrolliert zu denken. Hier kommen Sie als Coach oder Personal Trainer ins Spiel. Helfen Sie Ihren Kunden, den Kopf freizumachen und auf den Punkt voll da zu sein.
Neue Herausforderungen können schnell bestimmte Blockaden verursachen: Muskelkrämpfe drohen und die Chance auf das Siegertreppchen schwindet. Hier empfiehlt es sich, das Erregungsniveau mithilfe von Entspannungs- und Atemtechniken in geordnete Bahnen zu lenken, damit die Kunden wieder kontrolliert agieren können. Eine weitere Hilfestellung kann die Fokussierung darauf sein, was als Nächstes zu tun ist. Als kommunikativer Trainer trägt man auf diese Weise dazu bei, unangenehme oder mulmige Gefühle der Kunden zu verringern.
Falls jedoch die Unsicherheit doch die Oberhand gewinnen sollte, sollte der Kunde die Gangart vorgeben. Nicht immer wirkt Angst destruktiv, manchmal kann sie als ein guter Berater fungieren. Eine konstruktive Nachbesprechung umfasst zum Beispiel eine Anpassung der Zwischenziele, die schlussendlich die ersten Erfolgserlebnisse bringen und so Mut für größere Herausforderungen entstehen lassen.
Zauberwort „realistische Ziele“
Jedes sportliche Ziel ist mit gewissen Vorbereitungsmaßnahmen verbunden, die wiederum mehr oder weniger Zeit in Anspruch nehmen. Nehmen wir an, ein Kunde hat sich die Teilnahme an einem Triathlon als Ziel gesetzt. Der Knackpunkt kann hier bei der Vorbereitungszeit liegen. Partner, Familie, Job und Freunde stellen in diesem Fall mögliche Hürden dar. Denn wer alledem gerecht werden will, wird vermutlich Abstriche beim Training machen müssen – was für das gesetzte Ziel nicht förderlich ist.
Damit es gar nicht erst zu einer solchen Situation kommt, sollten Sie die Ziele mit dem Kunden gemeinsam an seine Lebensumstände anpassen. Das kann zwar dazu führen, dass der Trainingsplan aufgrund der vielen Termine relativ oft umgestellt werden muss. Ein ausgeprägtes Leben „neben dem Sport“ ist jedoch in keinster Weise ein Nachteil: Es spricht nichts gegen große Ziele, sie sollten jedoch immer realistisch bleiben.
Vorsicht gilt bei vermeintlich motivierenden Sprüchen wie „Du gewinnst den Wettkampf!“ Wer nämlich seine Erwartungen zu oft enttäuscht, schadet seinen Erwartungen und dem Selbstvertrauen. Hier empfiehlt es sich, Etappenziele zu setzen. Der Schlüssel für die richtige Motivation liegt im Feiern von kleineren Erfolgen. Hier kommt die mentale Stärke ins Spiel: Energie und Kraft folgen den Gedanken. Das Unterbewusstsein lernt von diesen und prägt sich bestimmte Muster ein. Ihre Kunden sollen die Konzentration darauf lenken, wo es hingehen soll. Sie sollen nicht an Fehler denken, die sie vermeiden sollen. Schwächen kann man nur dann abbauen, wenn man seine Stärken ausbaut.
Mehr Selbstwertgefühl, mehr Leistung
Sich hohe sportliche Ziele zu setzen ist aber nur der halbe Erfolg. Ein weiterer wichtiger Faktor ist, dass die Kunden an sich glauben müssen. Wer jedoch ständig zweifelt und mit negativen Gedanken an die Sache herangeht, reduziert die Aussicht auf Erfolg erheblich. Psychologen warnen in diesem Zusammenhang vor einer sogenannten Self-fulfilling Prophecy, also einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung. Wenn sich Ihre Kunden den Misserfolg ständig einreden, dann „gelingt“ er auch mit großer Wahrscheinlichkeit. Das passiert beispielsweise den Läufern bei einem Marathon oft, wenn sie denken „Hoffentlich bekomme ich keine Krämpfe!“ und der Körper dem Ziel dann einen Strich durch die Rechnung macht.
Physiologisch passiert in solchen Situationen Folgendes: Stresshormone fluten den Körper, wodurch sich die Muskeln verspannen und die Durchblutung abnimmt. Schmerzhafte Muskelkrämpfe entstehen.
Gehirn „umprogrammieren“
Wie lässt sich nun dagegen vorgehen? Mentale Stärke kann man lernen. Dies gelingt jedoch nicht auf Anhieb. Auch hier ist Training erforderlich – fürs Gehirn. Ein Ansatz ist das sogenannte neurolinguistische Programmieren. Diese Methode besagt, dass bestimmte Vorgänge im Gehirn mithilfe von Sprache mit systematischen Handlungsanweisungen geändert werden können. Zur Umsetzung müssen Ihre Kunden zunächst die manuellen und sportlichen Fähigkeiten trainieren, die sie in ihrer ausgeübten Sportart benötigen. Dadurch steigt das Selbstwertgefühl, das ihnen sagt: „Ich kann es!“. In einer Wettkampfsituation verlässt man sich dann auf sein Können – auch weil man auf sich selbst glaubt. So vermeiden Ihre Kunden Situationen, in denen ihr Gehirn unter Stress auf frühere Denkmuster zurückgreift. Sie handeln dann nicht mehr nach den alten, sondern nach den neuen Mustern.
Erfolg visualisieren Die geistige Vorstellungskraft lässt sich als mentale Hilfe dafür nutzen, die maximale sportliche Leistungsfähigkeit abzurufen. Es ist zweitrangig, ob Ihre Kunden im Fitnessstudio trainieren oder vor einem wichtigen Fußballspiel stehen. Das Mentaltraining hilft dabei, sich auf den sportlichen „Ernstfall“ vorzubereiten. Entscheidend ist es zu visualisieren, wie man eine neue Bestleistung im Kreuzheben schafft oder das wichtige Tor bei einem Fußballspiel erzielt. Die mentalen „Trockenübungen“ helfen dabei, den Körper auf Erfolgskurs zu bringen und sich auf die anstehende Belastung vorzubereiten.
Dass die Methode funktioniert, belegt eine Studie der Harvard-Universität. Dort wurde den Teilnehmern eine einfache Melodie auf dem Klavier vorgespielt. Eine Gruppe spielte die Melodie mehrmals pro Woche nach, die andere Teilnehmergruppe sollte sich einfach nur vorstellen, das Stück zu spielen. Ergebnis: Neurologisch gesehen waren die Vorgänge im Gehirn für beide Gruppen beinahe identisch.
Routinen für die Zielsetzung
Nicht nur Leistungssportler sind abergläubisch. Auch Amateure oder ambitionierte Wettkampfsportler profitieren von Routinen. In der Regel ist der Wettkampftag bis auf die Minute durchgeplant – von der Zusammenstellung des Frühstücks bis zur Musikauswahl für das Warm-up. Durch Handlungsmuster und wiederkehrende Routinen im Training oder im sportlichen Wettkampf helfen Sie Ihren Kunden dabei, sich auf den Körper zu sensibilisieren und ihn auf die kommende Belastung vorzubereiten. Dadurch wird der mentale Fokus geschärft, um im entscheidenden Moment die besten Leistungen zu erbringen.
Fazit
Mentales Training bringt Ihren Kunden einige positive Skills, damit sie in ihrer Sportart besser werden. Sie handeln dann bewusster, weil sie wissen, was sie überhaupt können und wo sie stehen. Wer mental stark ist, den bringt fast nichts mehr aus der Ruhe. Und das Wichtigste: Dank mentaler Stärke gelingt die Planung für neue Ziele und deren Erreichbarkeit besser.
Quelle: shape UP
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