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Saisonal essen

Verschiedene gesunde Lebensmittel wie Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte liegen auf einer dunklen Oberfläche angeordnet.

Regional – und damit saisonal essen – ist in aller Munde. Doch wie funktioniert das eigentlich in einer Welt, in der Erdbeeren das ganze Jahr über im Supermarkt stehen? Es ist nicht gerade einfach. Denn wer definiert schon, wie viele Kilometer „regional“ sind?

In unserer westlichen Welt ist das Angebot an Lebensmittel nahezu unbegrenzt. Mittlerweile können wir sogar die Lebensmittel einfach im Internet bestellen, die wir im Urlaub zum ersten Mal probiert haben. Wir lesen ständig davon, wie gesund „Superfoods“, wie Quinoa, Goji- und Acaibeeren sind und schwören auf die ungesättigten Fette in der Avocado. Aber all das wächst hierzulande gar nicht. Egal. Bananen und Paprika wachsen ja auch eigentlich nicht in Deutschland. Die Generation meiner Kinder wächst in einer Zeit auf, in der wir pflanzliche Lebensmittel aus aller Welt beziehen können – und das zu jeder Jahreszeit. Selbst wir haben uns schon daran gewöhnt, dass wir immer und überall alles haben können. Aber – unsere Kinder wachsen auch in einer Zeit auf, in der immer mehr Menschen einen Schritt zurück wagen. Es ist plötzlich wieder salonfähig geworden, im Winter Kohl zu essen und verschiedene Obst- und Gemüsesorten bekommen ein neues „Selbstbewusstsein“. Denn seit die Marketingindustrie Superfoods erfunden hat, dürfen sich auch Heidelbeeren, Brombeeren und Apfelessig so nennen.

Aus Vernunft …

Weil es für uns normal geworden ist, alle Sorten an Obst und Gemüse ganzjährig zur Verfügung zu haben, werden inzwischen über 60 Prozent des Gemüses und 80 Prozent des Obstes nach Deutschland importiert. Diese ständige Verfügbarkeit bedeutet einen hohen Energieaufwand für weite Transportwege, Treibhäuser oder gekühlte Lagerstätten – alles schlecht für Klima und Umwelt. In einer Zeit, in der die Politiker sich um CO2-Abgaben streiten, ist es natürlich sinnvoll, regional – und das bedeutet natürlich zeitgleich auch saisonal – zu essen. Aber das ist in unserer heutigen Welt gar nicht so einfach. Denn wie soll man zur richtigen Zeit zum richtigen Lebensmittel greifen, wenn im Supermarkt von März bis September knallrote Erdbeeren stehen? Im Vergleich zu den Labels „öko“ oder „bio“ gibt es keine gesetzliche Definition für die Bezeichnung „regional“. Ist ja schwierig, denn jeder hat hierfür seine eigene Definition. Bedeutet regional nun im Umkreis von 150 oder 500 Kilometern? Das darf sich der Endverbraucher sozusagen selbst aussuchen.

… und weil gesund

Doch, saisonal zu essen, bedeutet nicht nur nachhaltig, sondern auch gesund zu essen. Ist der Transport der Lebensmittel nur kurz, gibt es nicht nur Fleißpünktchen in Sachen Umweltschutz. Kurze Transportwege bedeuten auch gleichzeitig, dass die Lebensmittel frisch sind und demnach besser schmecken. Deswegen schmecken Erdbeeren im Juni besser als im März … Für unseren Speiseplan bedeutet saisonal zu essen auch viel Abwechslung. Wenn wir uns an das saisonale Angebot halten, müssen wir im Winter anders essen als im Sommer. In diesem Frühjahr sind auf meinem Speiseplan so tatsächlich ganz vergessene Gemüsearten wieder aufgetaucht. Auf dem Markt entdeckte ich zu Beginn des Frühjahrs plötzlich Schwarzwurzel, zu Beginn des Sommers gab es bei uns zum Abendessen häufig Risotto mit Mangold und ab Mitte Juli entwickelten sich dicke grüne Bohnen zu meinem absoluten Lieblingsgemüse. Ich gebe aber auch zu: Ich kaufe zweimal in der Woche auf dem Markt. Dort beziehe ich das Gemüse auf dem Marktstand meines Vertrauens, nämlich dem eines Biobauern, dessen Hof keine 50 Kilometer von meinem Wohnort entfernt liegt. Im vergangenen Spätsommer war ich dort schon mal zur Karottenernte. Ich weiß also tatsächlich, wo das Gemüse herkommt. Zudem scheue ich mich bei meinem Einkauf auch nicht, zu fragen, was gerade Saison hat. Denn das hat noch einen weiteren Vorteil: Es schont auch den Geldbeutel.

Wie erkennt man „regional“?

Nicht jeder hat das Glück, zweimal in der Woche zum 150 Meter entfernten Bauernmarkt laufen zu können. Aber vielleicht gibt es ja einmal in der Woche die Gelegenheit, einen Großeinkauf auf einem Markt zu machen. Das kann nämlich auch richtig Spaß machen – und man lernt etwas dabei. Beispielsweise all dieses Gemüse wie Mangold, Schwarzwurzel und Gelbe Bete kennen. Es ist tatsächlich spannend, was in unserem Land alles so wächst. Wenn kein vernünftiger Bauernmarkt in der Nähe stattfindet und es auch keinen Bauernladen in einem angemessenen Umkreis gibt, bleibt natürlich nur der Supermarkt. Dort hilft bezüglich der Herkunft ein Blick auf das Etikett. Frisches Obst und Gemüse muss Informationen zum Ursprungsland liefern. Meist weist hier ein Schild darauf hin, wo die Ware herkommt. Allerdings gibt es für manche Obst- und Gemüsesorten auch Ausnahmen. Dann kann der Händler eine freiwillige Kennzeichnung vornehmen. Hier gilt eine einfache Faustregel: Obst und Gemüse aus Deutschland sollte bevorzugt werden. Im Internet gibt es viele Saisonkalender, die zeigen, wann welches Obst und Gemüse geerntet wird.

Jede Saison hat etwas zu bieten

Was das Gemüse angeht, so dürfen wir aktuell ja fast aus dem Vollen schöpfen. Im Spätsommer und im Herbst sollten Blumenkohl und Bohnen, Brokkoli und Fenchel, Gurke, Möhren, Tomaten, Kartoffeln und Sellerie auf den Teller kommen. Salate haben im Sommer Hochsaison. Und wenn der Sommer zu Ende gegangen ist, kommt eines meiner persönlichen Lieblingsgemüse endlich wieder an die Reihe: Dann ist Kürbiszeit und ich kann fast nicht genug davon kriegen, Suppen, Pasta und Ofengemüse mit oder aus Kürbis zu vertilgen. Vielleicht weil ich weiß, dass die Kürbiszeit eben eigentlich begrenzt ist – wenngleich das im Supermarkt auch schon wieder anders aussieht. Wenn der Winter dann kommt, wird es nicht langweilig. Rote Bete, Grünkohl und Rosenkohl, Chicorée, Spitz- und Chinakohl, Lauch und zwei Sorten Gemüse, auf die ich mich genauso freue, wie auf den Kürbis – nämlich die Pastinake und Topinambur – kommen dann wieder auf den Teller. Was das Obst angeht, so sieht es im Winter etwas anders aus. Äpfel und Birnen können hier aus der Region kommen, alles andere ist eher Importware. Da sollte man tatsächlich im Sommer so richtig genießen: Beeren, Kirschen, Aprikosen schmecken frisch am allerbesten.

Es ist aber auch in Ordnung, wenn mal etwas Außergewöhnliches auf dem Speiseplan steht. Heute muss man ja schon fast Angst haben, beschimpft zu werden, wenn man nur das Wort Avocado in den Mund nimmt. Es muss nicht immer alles so streng gehandhabt werden, und wer im Winter mal Lust auf eine Mango hat, muss sich nicht schämen. Wer das ganze Jahr über versucht, mit Verstand einzukaufen, der darf auch mal guten Gewissens etwas kaufen, was nicht in Deutschland wachsen kann.

Quelle: shape UP
Bildquelle: Alexander Raths / shutterstock.com

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