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Stille Wasser sind tief

Frau sitzt im Lotussitz auf einem Steg am Wasser und macht Yoga bei Sonnenaufgang.Yoga ist eine beliebte Bewegungskunst, um den Körper zu formen, beweglicher zu werden und zu entspannen. Das therapeutisch Wertvolle der Yogaübungen, Āsanas, ist die Wirkung auf den Körper, auf die Psyche, auf die Seele und die Wahrnehmungsfähigkeit.

In der Depression bzw. bei depressiven Zuständen befindet sich der Mensch in seiner eigenen Subjektivität. Er grübelt, seine Gedanken kreisen um sich selbst und seine Probleme. Der Depressive erlebt sein Leben als freudlos, kraftlos, wie in einer dunklen Wolke und ohne Perspektiven. Die Wahrnehmung anderer ist oft erschwert.

Wenn ein Mensch eher depressiv gestimmt ist und mit einer Āsanapraxis beginnt, geht er meist so in eine Yoga-Stellung hinein, dass er sich wohl fühlt, und sucht die Übungen aus, die seinem Gemüt entsprechen. Diese Übungsweise bindet den Menschen an seine eigene Subjektivität, an seinen geistigen Zustand und damit an die Depression. Um einen Heilansatz zu finden, müssen wir aus dem eigenen Gemüt heraustreten und eine Übung, mit einer konkreten Vorstellung von ihrem inneren Bild ausgehend, praktizieren.

Der Geisteswissenschaftler und Yogalehrer-Ausbilder Heinz Grill hat in seinem Werk (Zahlreiche Yogabücher, u.a. „Der freie Atem“, „Die Seelendimension des Yoga“) die Yogaübungen tiefgründig im Hinblick auf deren Heilswert erforscht. Seine Forschung beruht auf eigenen Erkenntnissen durch langjährige Arbeit. „Jede Entwicklung beginnt mit einem realen Vorstellunginhalt.“ (Heinz Grill)

Wenn wir jede Übung mit einem Vorstellungsinhalt beginnen, der nicht dem Gemüt entspricht, hebt dies den Übenden aus seinen Schweregefühlen heraus.

Die Waage, tuladandāsana

Der Vorstellungsinhalt für die Waage ist laut Grill: „ein einsatzkräftiges, spannungsfreudiges, mutiges Hineingehen in den Raum.“ Gerade Personen, die Angst vor der Zukunft haben, die kein Wagnis eingehen wollen, so Grill, sollten diese Übung mit gedanklicher Ausrichtung auf diese Vorstellung praktizieren. Durch die Einsatzkraft, das Ausspannen aus dem mittleren Rücken, wirkt diese Stellung bei Depressionen ausgleichend.

Die stehende Kopfkniestellung, uttanāsana

Der Inhalt der Übung ist: „Das Über sich hinausgehen“ (Heinz Grill). Es ist günstig, wenn sich der einzelne über seine eigenen körperlichen Grenzen hinausbewegt. Bei dieser Vorstellung geht es um das vom Gemüt befreite Denken, das nicht mehr den Schweregefühlen anhaftet. Für all jene, die ängstlich an den Körpergefühlen festhalten, ist diese Übung ein wahres Beruhigungs- und Entspannungsmittel, denn sie zeigt, wie sich der Mensch über seine eigenen körperlichen Grenzen hinausbewegen muss.

Der Übende zieht die Beine zum Kreuzbein an, dadurch kann er sich im Kreuzbein zentrieren, und spannkräftig nach vorne hinausstrecken. Die Arme verlängern den Oberkörper und der Kopf schaut nach vorne. Der Übende spürt nicht ängstlich in sich hinein mit überempfindsamen Wahrnehmungen, sondern er führt den Körper gezielt in eine intensive Streckung, und am Ende zügig in den aufgerichteten Stand hinein. Wir stellen uns auch während der Übung vor „Aus sich selbst hinausgehen“, bis eine Empfindung davon eintritt. Die Übung kann 1-2 min gehalten werden.

Die stehende Kopfkniestellung zeigt mit dem Inhalt in der Vorstellung praktiziert die Freiheit vom Körper und die Freiheit von den schweren Körpergefühlen an.

Stehender Halbmond, candrāsana

Der stehende Halbmond schließt sich gut an die stehende Kopfkniestellung an. Gerade bei depressiven Ängsten ist die Brustwirbelsäule oft eingeschnürt. Beim stehenden Halbmond können wir diese flexibilisieren. Wir führen die Arme über den Kopf, die Beine sind geschlossen und wir drücken die Knöchel etwas aneinander, und behalten eine Spannung in den Beinen bei. Der untere Rücken bleibt gerade. Die obere Brustwirbelsäule wird nun nach oben angehoben, und die Schultern lockergelassen. Die Vorstellung bleibt laut Grill bei der Zentrierung in der Brustwirbelsäule.

Diese Übungen jeden Tag praktiziert, entheben den Menschen aus den Schweregefühlen. Das Bewusstsein übernimmt die Führung. Der Mensch kann sich freier vom Körper und der Psyche erleben.

Quelle: shape UP 2/24
Bildquelle: My Good Images / shutterstock.com

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